Ausgewählte Projekte 2015


Der Mädchenbeirat der Hil-Foundation tagte von 11. bis 13. September 2015 in Schloss Puchberg bei Wels. In einem Entscheidungsprozess haben die jungen Frauen dabei folgende Projekte ausgewählt, die unterstützt werden:

Orient Express WienDas kannst du selbst, bestimmt!
Ein Koch- und L(i)ebensbuch von jungen Frauen für junge Frauen

Orient Express– Beratungs-, Bildungs- und Kulturinitiative für Frauen. Notwohnung für von Zwangsheirat bedrohte/betroffene Mädchen und junge Frauen, Wien

Orient Express ist ein gemeinnütziger, politisch und konfessionell unabhängiger Verein, der eine Frauenberatungsstelle, ein Lernzentrum sowie eine Notwohnung betreibt. Das Ziel des Vereins Orient Express ist in allen Arbeitsfeldern vorrangig das Empowerment von Frauen mit Migrationshintergrund. Darunter verstehen wir die Unterstützung von Frauen dabei ihre eigenen Stärken und Ressourcen zu erkennen und zu nutzen, Selbst-bestimmung und Eigenverantwortung über das eigene Leben zu erlangen, die Befähig-ung zur Teilnahme am gesellschaftlichen Leben (Arbeitsmarkt, Bildung, Politik usw.) sowie das Wahrnehmen politischer und sozialer Rechte als Frauen und Migrantinnen.

Was und Wie

In dem Projekt „Das kannst du selbst, bestimmt!“ des Vereins Orient Express produzieren die Bewohnerinnen der „Notwohnung für von Zwangsheirat bedrohte/betroffene Mädchen und junge Frauen“ ein eigenes Kochbuch. Neugier, Offenheit und Toleranz werden durch das Essen und Zubereiten neuer, unbekannter Speisen gefördert. Mädchen und Frauen, die bisher keine Erfahrung mit Kochen haben, erleben einen Erfolg, wenn sie erstmals eigene Speisen zubereiten.

Neben Rezepten finden sich in dem Buch Texte, Zeichnungen und/oder Collagen, die in Workshops zum Thema „Selbstbestimmt l(i)eben“ entstehen. In den Workshops setzen sich die Teilnehmerinnen mit der eigenen Geschichte und Identität auseinander und suchen gemeinsam nach Möglichkeiten potentielle Leserinnen des Kochbuchs in ihrer Selbstbestimmtheit zu stärken.

Die Teilnehmerinnen haben hier die Möglichkeit ein eigenes Projekt durchzuführen – von der ersten Ideenfindung bis zu Fertigstellung.

Es stärkt die jungen Frauen zu erkennen, was sie alleine (er)schaffen können, welche Fähigkeiten sie bereits haben und dass sie sich Neues aneignen können. Und nicht zu-letzt macht gemeinsames Kochen und Essen einfach Spaß!

Aktuelles

 

Dreizehn junge Frauen haben an dem Projekt teilgenommen. Sie haben Rezepte ausgesucht, gekocht, fotografiert und niedergeschrieben. Im Rahmen von Workshops haben sie sich mit den Themen Selbstbestimmung, Freiheit, Feminismus und Frauenrechte beschäftigt und diese kreativ und künstlerisch bearbeitet. Sie haben Texte verfasst sowie Ideen zum Aufbau und zur Gestaltung des Buchs eingebracht und umgesetzt.
Das Ergebnis des Projekts ist ein tolles Buch mit zahlreichen Rezepten, Postkarten zum Selberbasteln, einem Quiz zum Thema Frauenrechte und mehr …

Bei einer Spende von mindestens 20 EUR für die Schutzeinrichtung erhalten Sie als Dankeschön ein Exemplar des Buches!

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La Bunteria
Ein offenes Atelier zur Stärkung von Mädchen

Verein Mafalda/JA.M Mädchenzentrum (Jugendtreff for girls only), Steiermark

Was und Wie

„La Bunteria“ ist ein offenes Atelier für Mädchen, das wöchentlich in den Räumlichkeiten des JA.M Mädchenzentrums eingerichtet werden soll. In diesem Raum stehen viele Mater-ialien zur Verfügung, welche zum kreativen Gestalten, Ausprobieren und Austoben einladen.

In der „Bunteria“ können Mädchen Themen, die ihnen gerade wichtig sind, künstlerisch bearbeiten und umsetzen. Wichtig ist, dass die jungen Frauen ihre eigenen Themen und Vorstellungen mitbringen können und so selbst entscheiden, wie sie die angebotene Atelierzeit nutzen.

Hier kann vieles entstehen: Buntes oder Tiefschwarzes, Wildes oder Sanftes, Großartiges oder auch mal etwas Fehlerhaftes, ganz was Eigenes oder etwas gemeinsam Gestaltetes. Die Möglichkeiten sind vielfältig, da jedes Mädchen einzigartig ist und in ihrer Einzig-artigkeit unterstützt wird.

Es werden auf jeden Fall viele Materialien und Techniken angeboten, z.B.: verschiedene Farben, Pinsel, Ton zum Modellieren, Gips, Draht, großes Papier, Spray für Graffiti, Collagen-Material, Buntstifte, Karton, Leinwände, Kleber, Scheren u.v.m.

Das Angebot ist kostenlos. Die Mädchen lernen neue Seiten an sich selbst kennen und entdecken Fähigkeiten und Talente, die sie vielleicht vorher nicht als solche erkannt haben. Sie lernen neue Freundinnen kennen und haben Spaß. Sie experimentieren mit künstlerischen Techniken, die sie weitLA Bunteriaer anwenden und auch weitergeben können. Sie gestalten ihre eigene Leb-enswelt bunter und wissen, dass sie die Gesellschaft mitgestalten können.

Zielgruppe

Mädchen zwischen 12 und 21 Jahren, pro Ateliernachmittag ca. 8 Teilnehmerinnen. Ins JA.M Mädchenzentrum kommen sehr vielfältige Mädchen. Es können alle bei der „Bunteria“ ohne Anmeldung mitmachen, sich informieren und sind so willkommen, wie sie sind.

Aktuelles

 

 

 

 

Verein maiz

Das Leben hat Gewicht!
Ein Projekt zu den Themen Körper, Schönheitsideale und Ernährung für jugendliche Migrant_innen

Verein maiz – Autonomes Zentrum von und für Migrantinnen, Oberösterreich

In unserer Arbeit mit jungen Migrant_innen stellten wir fest, dass die Themen Konsum, Schönheit und Ernährung von ihnen verstärkt eingebracht wurden, außerdem kamen immer mehr Nachfragen von Jugendlichen und ihren Eltern zum Thema Essstörungen und Konsumverhalten. Deshalb entwickelten wir das Projekt „Das Leben hat Gewicht!“.

Was und Wie

Ziel dieses Projektes ist zum einen, herauszufinden was jugendliche Migrant_innen in Bezug auf diese Themen beschäftigt, was ihre Probleme sind, aber auch ihre Anliegen, Bedürfnisse und Wünsche.

Die teilnehmenden Jugendlichen sollen in Bezug auf ihren Umgang mit herrschenden Schönheitsidealen, die zum Beispiel in der Werbung vermittelt werden, sowie ihr Konsum- und Ernährungsverhalten gestärkt und in die Lage versetzt werden, ihre Anliegen zu dieser Thematik zu artikulieren. Außerdem soll das Projekt in die Öffent-lichkeit wirken und einen Beitrag zur Verbesserung der körperlichen und psychischen Gesundheit von jungen Migrant_innen in Österreich leisten.

Gesprächskreise

Zunächst finden Gesprächskreise mit jugendlichen Migrant_innen statt, um heraus-zufinden, was sie in Bezug auf die Themen des Projektes beschäftigt und was für Anliegen und Bedürfnisse sie haben. Ausgehend von den Ergebnissen dieser Ge-sprächskreisen werden Werkstätten und Workshops entwickelt und für die Jugendlichen angeboten.

Künstlerische Werkstätten

Im Rahmen der Werkstätten entwickeln die jungen Teilnehmer_innen selbständig künstlerische Produkte. Diese sollen ihre Erfahrungen und Anliegen in Zusammenhang mit Körper- und Schönheitsidealen, Attraktivität, gesellschaftlichem Druck, Diskrimi-nierungen und den gesundheitlichen Auswirkungen (insbesondere im Hinblick auf Essen, Ernährung und Konsum) zum Ausdruck bringen. Künstlerische Arbeit bietet den Jugend-lichen die Möglichkeit, sich die Gesellschaft so zu denken, wie sie sie gerne hätten, und ihre Kritik und Wünsche kreativ umzusetzen.

Die künstlerischen Produkte, wie z.B. Bilder oder Medienbeiträge, regen widerum die Öffentlichkeit zur kritischen Auseinandersetzung an und dienen auch der Information und Weiterverbreitung der Projektergebnisse. Sie werden öffentlich dargestellt und ver-mittelt (z.B. in Ausstellungen, Radio-Sendungen, etc.), und sollen interessierten Sozial-, Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen, die damit weiterarbeiten können, auch nach dem Projektende zur Verfügung gestellt werden.

Workshops

In den Workshops beschäftigen sich die Jugendlichen genauer mit einzelnen Themen des Projektes. Sie bringen ihre Bedürfnisse, Erfahrungen und Wünsche zum Ausdruck. Gemeinsam erweitern sie ihr Wissen zu den Themen Gesundheit, Ernährung, Essen, Körper, Politik und Konsum und entwickeln Strategien des Umgangs mit diesen Themen .

Das Projekt zum Nachlesen

 

 

 

Verein Wendepunkt

 

Mutige Mädchen
Gewaltprävention. Selbstbewusstsein – Selbstbehauptung – Selbstverteidigung

Verein wendepunkt, Niederösterreich

Im Industrieviertel haben die Mädchen wenige Angebote. Es gibt zum Beispiel keine Selbstverteidigungs-Kurse. Die Mädchen müssen weit – bisnach Wien – fahren.

Wenn die Mädchen abends ausgehen wollen, müssen sie sich gut organisieren und ver-suchen, einen der Züge zu erreichen. Manchmal müssen sie ein weites Stück zu Fuß gehen.

Was und Wie

Wir wollen Selbstverteidigungs-Kurse anbieten, die die Mädchen leicht besuchen können. Dafür bieten wir in der Nähe der Mädchen Selbstverteidigungs-Kurse an. Die näheste Stadt im Industrieviertel ist Wiener Neustadt.

Es können nicht so viele Mädchen an den Kursen teilnehmen. Daher wollen wir die and-eren Mädchen über den Kurs informieren. Wir wollen mit den Mädchen, die den Kurs besucht haben, Karten (=Freecards) oder Folder gestalten.

Auf den Karten oder Folder können die Mädchen ihre Tipps an andere Mädchen weiter geben.

Wir wollen, dass die Mädchen noch besser auf sich Acht geben. Wir wollen, dass die Mädchen ihre Ideen und Tipps für Selbstbewusstsein-Selbstbehauptung-Selbstver-teidigung an an andere Mädchen weiter geben.

Aktuelles

 

Diakoniewerk Salzburg

FREI.Schwimmen und AUF.Tauchen
Selbstbewusst & Stark durch Sport – Schwimmen für Mädchen aus verschiedenen Kulturen

Diakoniewerk Salzburg und BewohnerService Itzing & Elisabeth-Vorstadt, Salzburg

Das Bewohnerservice arbeitet seit dem Jahr 2000 aktiv für Bewohner-Innen der beiden Stadtteile Salzburgs Itzling und Elisabeth-Vorstadt. Wir betreiben aktive Stadtteilarbeit und wir unterstützen unter anderem Mädchen und Frauen mit Migrationshintergrund – wir fördern Kommunikation, Mitbestimmung und Selbstorganisation. Unsere Grund-sätze sind Beratung, Begegnung und Beteiligung.

Was und Wie

Unser Projekt richtet sich an Mädchen mit Migrationshintergrund im Alter zwischen 9 und 14 Jahren mit keinen Schwimmkenntnissen aus sozioökonomisch benachteiligten Familien. Im Frühjahr 2016 startet das Projekt mit einer Auftaktveranstaltung im Bewohnerservice, bei der sich die Gruppe kennenlernen kann und eine Trainerin erste Impulse zum Thema „Selbstbewusst durch Selbstverteidigung“ setzt.

In den folgenden zehn Wochen trainieren die Mädchen einmal wöchentlich mit einer Schwimmtrainerin und erlernen die Grundlagen des Schwimmens. Im Juni 2016 schließt ein Besuch im Kletterpark und ein Abschlussfest das Projekt ab.

Für den gesamten Zeitraum steht eine Koordinatorin als Ansprechpartnerin für die Mädchen, deren Eltern und den Fachtrainerinnen zur Verfügung.

Schwimmen ermöglicht den Mädchen dabei zu sein und mitzumachen mit Gleichaltrigen und unter Gleichaltrigen. Gestärkt in ihrem Selbstbewusstsein und im Wissen, dass sie es können, macht so die sportliche Aktivität Spaß und Freude.

Aktuelles

   Plakat FREI.Schwimmen und AUF.TauchenFREI.Schwimmen und AUF.Tauchen