Ausgewählte Projekte 2016


 

Der Mädchenbeirat der Hil-Foundation tagte von 21. – 23.10.2016 in Schloss Puchberg bei Wels. In einem Entscheidungsprozess haben die jungen Frauen dabei folgende Projekte ausgewählt, die unterstützt werden:

 

Fahr Rad – Feel Free – Radfahrkurs für Mädchen und junge Frauen aus verschiedenen Herkunftsländern
Diakoniewerk Salzburg und BewohnerService Itzing & Elisabeth-Vorstadt, Salzburg

Das Bewohnerservice arbeitet seit dem Jahr 2000 aktiv für BewohnerInnen der beiden Stadtteile Salzburgs Itzling und Elisabeth-Vorstadt. Wir betreiben aktive Stadtteilarbeit und wir unterstützen unter anderem Mädchen und Frauen aus verschiedenen Herkunftsländern – wir fördern Kommunikation, Mitbestimmung und Selbstorganisation. Unsere Grundsätze sind Beratung, Begegnung und Beteiligung.

Was und Wie

Mädchen, die sich bisher kein eigenes Fahrrad leisten konnten und noch nicht gut radln können, lernen und üben im Frühjahr 2017 Fahrradfahren. In einer Mobilen Fahrradwerkstatt lernen die Teilnehmerinnen zuerst, Reparaturen am eigenen Rad kostengünstig selbst zu machen (z.B. Patschen picken, Bremsen einstellen). Alle, die kein eigenes Rad haben, bekommen ein gebrauchtes, welches sie auch nach dem Kurs behalten können. Daraufhin trainieren die Mädchen und jungen Frauen über fünf Wochen hinweg lang zwei Mal wöchentlich in einer Kleingruppe. Sie machen z.B. Gleichgewichtsübungen auf einem Roller, danach übt jede mit ihrem eigenen Rad. Auf der Trainingsstrecke gibt es keinen Autoverkehr und wenige Zuschauerinnen. Damit die Mädchen die Verkehrszeichen und Bodenmarkierungen kennenlernen üben sie auch in einem Verkehrsgarten.

Zum Abschluss steht ein gemeinsamer Radausflug mit Picknick am Programm, das Ziel wählen die Mädchen gemeinsam aus. Jede Teilnehmerin bekommt einen Fahrradhelm und ein Schloss. Gemeinsame Radausflüge sind auch nach dem Kurs geplant.


Zielgruppe

10 Mädchen ab 12 Jahren, aus dem Salzburger Stadtgebiet mit und ohne Migrationshintergrund.

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Plakat Radfahren für Mädchen

 

 

Photo-Voice – Wien, meine neue Stadt
Die Spinnerei – Psychosoziales Zentrum für Mädchen und junge Frauen, Wien

Der Verein Psychosozialen Zentrums für Mädchen und junge Frauen* – Die Spinnerei,  wurde 2015 in Wien gegründet. Die Workshops des Psychosozialen Zentrums sind geprägt von einer Perspektive, welche weibliche Lebenszusammenhänge in den Mittelpunkt stellt. Dabei wird jedoch nicht von einer biologisch vorgegebenen, fixierten Weiblichkeit ausgegangen, sondern die Konstruktion von Weiblichkeit (wie auch Männlichkeit) als stark gesellschaftlich und diskursiv bestimmt verstanden.

Was und Wie

Letztes Jahr sind viele unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge nach Österreich gekommen. Gerade für Mädchen und junge Frauen haben sich die Fluchterfahrungen oft als besonders schwierig gestaltet. Auch das Ankommen in einer neuen Heimat, einem neuen Lebensraum, wo noch vieles fremd ist braucht nach diesen Erfahrungen umso mehr Zeit und Hinwendung. Das Projekt möchte die jungen Frauen darin unterstützen, ihren eigenen Platz in Wien zu finden, um sich willkommen und wohl zu fühlen.

Wie wir wissen ist es besonders schwierig, eine neue Sprache zu lernen. Diese ist aber oft notwendig um eigene Wünsche und Bedürfnisse ausdrücken zu können. Der Einsatz von Fotografien kann dazu beitragen, sprachliche Barrieren zu überwinden. Die dabei entstanden Fotos können die jungen Frauen als Sprachrohr für politische soziale und gesellschaftliche Anliegen verwenden.

Bei einem Kennenlern-Treffen machen sich die Mädchen mit dem Umgang mit Digitalkameras vertraut. Sie erfahren von einer Berufsfotografin mehr über die Technik, Licht usw., aber auch über Bildbearbeitung. Mit diesen Basics ausgerüstet machen sie auf zu gemeinsamen Spaziergängen, die unter dem Motto „Wien, meine neue Stadt“ stehen. Die Fotos, die sie daraus entstehen, präsentieren sie bei einer gemeinsam organisierten Fotoausstellung. Dabei haben sie die Gelegenheit, sichtbar zu machen, was ihnen wichtig ist, was ihnen in Wien gut gefällt, aber auch das, womit sie unzufrieden sind und was sie sich für die Zukunft wünschen.

Zielgruppe

Mädchen und junge Frauen zwischen 14 – 18 Jahren, die aus anderen Ländern nach Österreich geflüchtet sind und erst seit kurzer Zeit in Wien leben. (Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge).

Zusatzinfo

Photovoice ist eine sozialwissenschaftliche und partizipative Methode. Das heißt, die Mädchen beteiligen sich aktiv am Forschungsprozess und setzen sich mit bestimmten Themenstellungen auseinander. Sie erlangen ein „kritisches Bewusstsein“ über die eigene Lebenssituation und können dieses öffentlich anhand der Fotoausstellung kommunizieren

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Einladungskarte Photo voice

 

Die Grenzen meiner Sprache sind die Grenzen meiner Welt
Kunsthalle Museumsquartier, Wien

Die Kunsthalle Wien ist ein Ort für Gegenwartskunst und zeitgenössische Diskussion. Sie entwickelt dafür neue Formate des Ausstellens und Kommunizierens. Als offenes Forum sammelt sie nicht, sondern ist ein Ort für aktuelle Themen un denn sie zeigt uns, dass Sprache viel mehr ist als nur richtige Grammatik und Rechtschreibung.

Was und Wie

Die Kunsthalle Wien zeigt im Frühjahr eine Ausstellung zu Kunst und Poesie. Dichtung ist großartig, Dabei geht es nicht darum, perfekte Wortakrobatinnen zu sein, sondern um die pure Lust am Text: fabulieren, Klänge ausprobieren, schreiben und sprechen – dichten!

Wer die Angst verliert, alles immer „richtig“ zu sagen, kann sich ganz anders ausdrücken und findet Wörter für das, was für diejenige wichtig ist, was sie berührt. Das kann das Spiel mit Wörtern sein, die es vielleicht noch gar nicht gibt, oder eine lustvoll zertrümmerte, neu zusammengesetzte Sprache.

Zu den Workshops sind auch Frauen eingeladen, die einen anderen Zugang zur Sprache zeigen und die Mädchen ermutigen, die Grenzen, was wir sagen können, zu erkunden und hinter sich zu lassen: Künstlerinnen, Dichte
rinnen, Schreiberinnen. Gemeinsam mit ihnen erforschen die Teilnehmerinnen die Poesie und werden selbst zu Dichterinnen. Sie gestalten gemeinsam ein kleines Buch mit eigenen Texten, damit auch die übrige Welt erfährt, wie großartig es ist, die Grenzen unserer Sprache auszudehnen. Das fördert das Selbstbewusstsein der jungen Frauen und bindet sie stärker in der Auseinandersetzung mit allem, was sie umgibt, mit ein.

Zielgruppe

Mädchen und junge Frauen aus allen Gesellschaftsschichten, mit oder ohne Migrationshintergrund. Eventuell gibt es einen Workshop für 14 – 18 jährige Mädchen und einen für ältere (18 – 24).

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Ankündigungstext Die Grenzen meiner Sprache


Mein Blogck
Mädchenzentrum Klagenfurt, Kärnten

Das Mädchenzentrum Klagenfurt ist ein Kompetenzzentrum mit dem Ziel, selbstbestimmte und vielfältige Frauen*Leben zu ermöglichen. Wir agieren als Anlaufstelle, Sprachrohr, Genderexpertin, Bildungseinrichtung und Schnittstelle, Drehscheibe, Projekt- und Innovationszentrum sowie Lobbyistin für Mädchen* und junge Frauen*.

Unsere Angebote: Sozialpädagogische Beratungen, Workshops, Info-Abende, Berufsorientierungskurse, Sensibilisierungsarbeit in Betrieben, Netzwerke für Mentorinnen* und Vorbildfrauen*, Assessment-Center, Freizeitpädagogik, offener Mädchen*treff, Aus- und Weiterbildungen, Projektbegleitung…

Was und Wie

Mädchen*sein ist für jedes Mädchen* individuell sehr unterschiedlich. Trotzdem erscheint es in den Medien oft so, als gäbe es nur DAS MÄDCHEN mit DEN Interessen und JENEN Träumen und Wünschen. Mädchen* und junge Frauen* sollen frei von geschlechtlicher und nationaler Zugehörigkeit sowie religiösem Bekenntnis die Möglichkeit auf Chancengleichheit in der Gesellschaft haben. In diesem Projekt haben Mädchen* die Möglichkeit, eigene Erfahrungen und Meinungen zum Mädchensein in einem Blog zu veröffentlichen.

Die Teilnehmerinnen* erstellen gemeinsam einen Blog, in dem sie ihre Lebenswelten sichtbar machen. Das technische Wissen dafür stellt das Mädchen*zentrum bei Bedarf zur Verfügung. Über Fotos und Texte, Interviews usw. können sie aufzeigen, was ihnen wichtig ist, was sie verändert haben möchten, was sie beschäftigt, wie vielfältig sie
und oder ihre Darstellungsformen und Lebensweisen innerhalb des zugeschriebenen Geschlechts sind – was Mädchen* sein in Kärnten heute bedeutet.

Zielgruppe

So viele Mädchen* wie möglich zwischen 10 – 25 Jahren, vor allem Mädchen*, die aufgrund von Mehrfachbenachteiligung (soziale und oder ethnische Herkunft, Geschlecht) wenig öffentlichen Raum für ihre Anliegen bekommen.

Zusatzinfo

Das * bedeutet, dass es viele unterschiedliche Möglichkeiten gibt, sich als Mädchen zu verstehen. Ein „Blog“ ist eine Seite im Internet, die man nach eigenen Wünschen gestalten kann (außerhalb von Facebook, Instagram u.a.).

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Starker Sound mit deiner Message (CD-Projekt)
Voice & Soul, Alice Gerschpacher, Salzburg

Alice Gerschpacher: Sängerin, Stimmtrainerin, Dozentin für Stimme & Artikulation an der Uni Salzburg.

Was und Wie

In der aktuellen Hip-Hop- und Rap-Musikszene ist es immer noch so, dass Mädchen und Frauen selten vorne dabei sind. Musik sollte aber verbinden, sie bietet zudem die einzigartige Möglichkeit, Botschaften in Melodien zu verpacken.Bei diesem Projekt geht es darum, die Stimme von Mädchen und jungen Frauen, ihre starke Aussage in Musik einzubauen und aufzunehmen. Alles, was ihnen wichtig ist, was sie immer schon einmal sagen wollten, was sie stärkt und wo sie Grenzen ziehen wollen, kann und soll in diesen Text einfließen.

Der Groove für einen Song ist vorhanden, gemeinsam mit Alice, die Sängerin ist, erarbeiten die jungen Frauen einen Text für die Melodie oder einen Rap – die MESSAGE – die Geschwindigkeit, die für sie passt – den BEAT SOUND– und lassen es richtig hitverdächtig klingen – der SOUND.

Zuerst trainieren die Mädchen ihre Stimme, um diese entspannt und souverän einsetzen zu können, sie bekommen also Gesangsunterricht. Sie komponieren und texten gemeinsam die einzelnen Songteile und erfahren Tricks, wie die Stimme noch besser klingt. Zwischendurch nehmen die Mädchen Ausschnitte davon auf, die sie als Datei mitnehmen und mit der sie auch außerhalb der Workshops üben können.

Zum Abschluss geht’s ab ins Tonstudio. Dort nehmen die jungen Frauen gemeinsam mit der Sängerin und der Tontechnikerin die einzelnen „takes“ (= einzelne Tonspuren) auf. Die dabei entstandene CD kann jede Teilnehmerin mit nach Hause nehmen.

Zielgruppe

Bis zu acht Mädchen zwischen 12 – 18 Jahren

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Flyer Mädchen-CD 2017