Ausgewählte Projekte 2017


Der Mädchenbeirat der Hil-Foundation tagte von 08.-10.09.2017 in Schloss Puchberg bei Wels. In einem Entscheidungsprozess haben die jungen Frauen dabei folgende Projekte ausgewählt, die unterstützt werden:

 

Into the Wild – Ein Outdoorprojekt
Mädchenzentrum Klagenfurt, Kärnten;

Das Mädchenzentrum Klagenfurt ist eine Einrichtung, die sich seit mehr als zwanzig Jahren mit und für Mädchen* für mehr Gleichberechtigung, Diversität und Gestaltungsfreiheit einsetzt.

Was und Wie

Einigen der jungen Frauen*, die Angebote des Mädchenzentrums nutzen, stehen finanziell wenig Ressourcen zur Verfügung. Sie haben im familiären Kontext oft nicht die Möglichkeit, Outdoorerfahrungen zu sammeln. Genau diesen Mädchen* möchten wir die Gelegenheit bieten, gemeinsam ein Abenteuer zu erleben und neue, spannende und stärkende Erfahrungen zu machen.

Ob eine mehrtägige Radreise, Weitwandern oder Almhüttenwoche mit erlebnispädagogischen Elementen bleibt den Mädchen* überlassen. Das Wichtigste dabei ist das „gemeinsame „Abenteuer“. Denn dieses kann bewirken, mehr über eigene Fähigkeiten und Stärken herauszufinden, Schwierigkeiten zu überwinden, kreative Lösungen für etwaige Probleme zu finden und die eigenen Grenzen zu erweitern.

Das ist geplant:

  • Teilnehmerinnen*akquise 1 Stunde zur Vorstellung des Projekts
  • Zwei Workshophalbtage zum Planen des gemeinsamen Abenteuers
  • Eine Woche Outdoorprojekt
  • Ein Workshophalbtag zur Nachbereitung, Vorbereitung einer öffentlichkeitswirksamen Präsentation des Projekts, bei der die jungen Frauen* von ihren Erfahrungen berichten.

Wann

Februar bis November 2018

Zielgruppe

6-8 Mädchen* und junge Frauen* zwischen 10 und 25 Jahren, insbesondere Mädchen*, die aufgrund von Mehrfachbenachteiligung (soziale und/oder ethnische Herkunft, Geschlecht) wenig Möglichkeiten haben aus ihrem Alltag auszusteigen.

 

Techment Girlpower
Verein Einstieg, JOB-SUCCESS, Salzburg;

JOB-SUCCESS ist eine Ausbildungsbegleitung für Mädchen* und junge Frauen* in Berufen mit einem geringen Frauen*Anteil.

Was und Wie

Mädchen*, die in technischen Berufsfeldern arbeiten vermissen weibliche Fachkräfte in den Unternehmen, Ausbildner*innen, Leitbilder und Fürsprecher*innen, an denen sie sich orientieren können. Oft fühlen sie sich deshalb alleine gelassen und müssen sich unter Gleichaltrigen, vor den Eltern oder in der Berufsschule rechtfertigen. Um das zu ändern und um junge Frauen* zu ermutigen, ihren Weg zu gehen und Karriere zu machen haben wir ein Mentoringprojekt entwickelt.

Dabei geben beruflich erfahrene Frauen* (Mentor*innen) ihr fachliches Wissen und ihre Erfahrungen an junge Frauen*, die in der Ausbildung stecken, (Mentees) weiter. Ziel ist es, die jungen Frauen* in ihre persönlichen und beruflichen Entwicklung zu unterstützen. Dazu sind sechs Arbeits- und vier Freizeittreffen konzipiert:

Die Wahl der Mentor*innen steht beim ersten Treffen am Programm

  • Beim zweiten Termin geht es darum, Vertrauen aufzubauen und sich besser kennen zu lernen. Angeleitete Übungen und Gespräche ermöglichen es, dass Mentees und Mentor*innen viel über einander erfahren.
  • Kommunikation, Selbstbewusstsein, Rollenbilder, Vorurteile… sind die Schwerpunkte, mit denen sie sich in den weiteren vier Treffen auseinander setzen.
  • Zusätzlich finden über das Jahr verteilt vier Freizeittreffen statt. Das stärkt das Gruppengefühl und fördert die Vernetzung.

Das Projekt trägt dazu bei, junge Frauen* in ihren Positionen, Berufs-wahlen und Selbstbildern zu stärken und Netzwerke aufzubauen, auf die sie zurückgreifen können. Die Beziehungen zwischen den Mentees und den Mentor*innen bleiben im Idealfall auch nach dem Projekt bestehen. Vielleicht übernehmen die jetzigen Mentees dann ja später auch eine Mentor*innenfunktion oder nehmen an Role Model Projekten teil?!

Wann

Jänner bis Dezember 2018

Zielgruppe

10 junge Frauen* zwischen 14 – 25 Jahren, die sich für eine technische Ausbildung oder einen Beruf interessieren bzw. sich bereits in einem Ausbildungs- oder Arbeitsverhältnis befinden.

 

Das kannst du selbst, bestimmt! (Teil 2)

ORIENT EXPRESS – Beratungs-, Bildungs- und Kulturinitiative für Frauen*.
Notwohnung für von Zwangsheirat bedrohte/betroffene Mädchen* und junge Frauen*, Wien;

Was und Wie

Die Bewohner*innen der Notwohnung arbeiten kreativ mit Kunst aus Müll. Sie entwickeln Ideen, mit denen sie selbstbestimmt Dinge nutzen

können, die normalerweise weggeworfen werden und dokumentieren ihre Prozesse des Schaffens mit Fotos und Anleitungen für andere junge Frauen* in einer Broschüre.

Workshops „Selbstbestimmt l(i)eben“

In den regelmäßigen Gruppentreffen sind Rollenspiele, Gesprächsrunden und Gruppenübungen vorgesehen. Die jungen Frauen* überlegen gemeinsam, was sie tun können, um andere Mädchen* und Frauen* zu ermutigen, sich zu wehren, wenn sie Gewalt erleben. Mit den Texten, Sprüchen, Zeichnungen, Collagen usw., die dabei entstehen, gestalten sie eine Broschüre.

Gruppentreffen – Planung und Umsetzung

Workshops Fotografieren, Broschürengestaltung, Texte schreiben

Gemeinsam arbeiten die jungen Frauen* daran, wie verschiedene Dinge, die gesammelt wurden und normalerweise im Müll landen, in neuem Glanz erstrahlen können und lassen dabei ihrer Kreativität und Selbstbestimmtheit freien Lauf. Das Tolle daran – sie setzen sich aktiv mit Umweltschutz und Recycling auseinander. Außerdem erfahren sie, worauf sie beim Fotografieren mit der Digitalkamera achten sollen, damit die Fotos in der Broschüre gut aussehen. In einem gemeinsamen Prozess gestalten sie die Broschüre, die Texte und Anleitungen.

Jede Teilnehmer*in bekommt ihr eigenes Exemplar der Broschüre. Die Präsentation der Broschüre erfolgt auf der Webseite und auf Facebook, damit auch viele andere Menschen und vor allem junge Frauen* sehen, was Mädchen* und junge Frauen* alles schaffen können!

Wann

Das Projekt findet 2018 statt und dauert insgesamt 6 Monate.

Zielgruppe

12 bis 16 Mädchen* und junge Frauen* zwischen 16 und 24 Jahren, die in der Notwohnung von Orient Express wohnen.

Zusatzinfo

Die Notwohnung ist eine Schutzeinrichtung des Vereins Orient Express für Mädchen* und junge Frauen*, die vor einer Zwangsheirat fliehen.

 

 

Girls on Air – Mädchen erheben die Stimme!

Radio Helsinki, 92,6 freies Radio Graz – in Kooperation mit FilmKulturKonzepte – Plattform für Kulturvermittlung, Steiermark;

 

Was und Wie

Die Teilnehmer*innen produzieren eine oder mehrere Radiosendungen.

Dabei erarbeiten sie für sich und ihre Zuhörer*innen Strategien, wie sie struktureller, körperlicher und psychischer Gewalt entgegentreten können. Die Teilnehmer*innen bestimmen selbst, was sie interessiert – die genauen Inhalte der Radiosendung(en) richten sich nach ihren Interessen.

Zu Beginn des Workshops lernen die Mädchen* zwei Tage lang die Selbstverteidigungstechnik „Drehungen“ kennen, die von Frauen* speziell für Frauen* entwickelt wurde. Danach erarbeiten sie Verhaltensmöglichkeiten zum Umgang mit alltäglichen Übergriffen und Sexismus. Sie suchen „Erfolgsgeschichten“ aus dem eigenen Umfeld und sammeln Situationen, in denen sich Freund*innen oder Bekannte erfolgreich gegen einen Übergriff gewehrt haben. So gestalten die jungen Frauen* einen „Werkzeugkoffer des Widerstands“, sie lernen voneinander und machen die Erfahrung, dass sie nicht alleine sind. In einem weiteren Schritt besuchen sie Einrichtungen in Graz, die junge Frauen* fördern und unterstützen und knüpfen dabei wichtige Kontakte. Alle Teile werden für eine Radiosendung dokumentiert. Die Mädchen* erhalten eine Einschulung in Interviewführung, Mikrofon- und Studiotechnik und moderieren die Sendung live.

Je nach Interesse können sie  mehrere Sendungen gestalten und das Thema aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachten. Auf Wunsch erhalten sie eine Einschulung in DJ-Technik und können einen Poetry-Slam und Rap-Workshop besuchen. So sind die Teilnehmer*innen befähigt, ihre Musik zur Sendung zu produzieren. Die Sendungen werden im Programm von Radio Helsinki ausgestrahlt und können über eine Internetplattform jederzeit angehört werden.

Wann

April bis September 2018

Zielgruppe

6 bis 12 junge Frauen* zwischen 14 und 21 Jahren. Das Projekt richtet sich v.a. an Mädchen*, die nicht zur Schule gehen, keinen Ausbildungs-platz bzw. Job haben und die oft aus einem benachteiligten sozialen Umfeld kommen.

 

Mädchenpower – Frauenpower

Schwarze Frauen Community (SFC), Wien;

 

Self-empowerment ist ein wichtiges Ziel unserer Arbeit, wir bieten dazu eigene Frauen- und Mädchengruppen sowie Beratungsmöglichkeiten an, organisieren Vorträge und Diskussionen zu relevanten

Was und Wie

In Österreich lebende Schwarze Mädchen* und junge Frauen* machen oft die Erfahrung, dass sie als Fremde betrachtet werden, obwohl sie Österreicher-innen* sind. In diesem Projekt brauchen die Mädchen* sich und ihre Herkunft nicht erklären oder rechtfertigen. Sie finden einen stärkenden Platz, in dem sie sich austauschen und kreativ und künstlerisch experimentieren können, z.B. bei folgenden Aktivitäten:

SPEED PALAVER

Bei diesem Spiel lernen die Mädchen* Biographien berühmter schwarzer Frauen* aus Wissenschaft, Kunst und Musik als Vorbilder kennen.

SCHREIBEN gegen Diskriminierung, Gewalt und für Selbstbestimmung

Die Mädchen* verfassen eigene Texte, und finden ihren eigenen Stil.

SIEBDRUCK/LINOLSCHNITT – Die jungen Frauen* können stärkende SLOGANS aus dem Schreibworkshop auf T-Shirts und Taschen drucken.

Gemeinsames WOCHENENDCAMP IN DER NATUR
Im Juni ist ein gemeinsames Wochenendcamp ins Grünen geplant, welches den Mädchen* die Freiheit, die viele von ihnen in ihrem Alltag in Wien kaum erleben, bietet. Dieses Wochenende zielt vor allem darauf ab, das Gemeinschaftsgefühl der Gruppe stärken.

Gemeinsame Besuche von VERANSTALTUNGEN UND EXKURSIONEN

Wann

Ab Jänner 2018, (Treffen einmal monatlich & insgesamt 10x)

Zielgruppe

In Wien lebende, afrikanische und afro-österreichische Mädchen* sowie minderjährige geflüchtete Mädchen*zwischen 6 und 16 Jahren. Besonders aber junge Mädchen* mit Migrationserfahrung, die von obigen Problemstellungen, wie z.B. Diskriminierung, Gewalt, Schulproblemen, Konflikte in der Schule, in der Familie, am Wohnort, betroffen sind.